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Ungarn

Reit- und Kutschpferd

ca. 150 -164cm

oft Schimmel, aber auch alle anderen Farben

Ursprung

Zuchtgebiet(e)

Allgemeines zur Pferderasse

Der Shagya-Araber steht in größerem Rahmen als der nur bis 158 cm hohe Vollblutaraber. Er basiert auf der Veredelung osteuropäischer Landrassen mit Orientalen, die vornehmlich in dem ungarischen K. u. K. Gestüt Babolna erfolgte.

Exterieur

Größer , mit stärkeren Knochen und mehr Substanz, aber sonst das arabertypische Exterieur.

Der Shagya-Araber soll im Erscheinungsbild eines schönen, eleganten und harmonischen Reitpferdes stehen. Der Kopf soll klein, trocken und markant sein mit großen, dunklen, weit auseinander liegenden Augen. Die Stirnlinie kann leicht konkav oder gerade verlaufen, die Ganaschen sollen breit und weit auseinander liegend sein, die Nüstern sollen elastisch, groß und erweiterungsfähig sein.

Zuchthengste und Zuchtstuten sollen über einen deutlich ausgeprägten Geschlechtsausdruck verfügen, wobei die spätreife Entwicklung des Arabischen Pferdes zu berücksichtigen ist. Der Hals soll lang, edel und nach oben gewölbt sein mit leichter Kehle. Der Körper sollte plastisch bemuskelt sein, die Kruppenoberlinie lang und leicht geneigt mit erhaben getragenem Schweif. Der Adel soll auch durch die trockene feine Textur und seidige Feinheit des Haares zum Ausdruck kommen.

Interieur

Zuchtgeschichte

Gezüchtet im Nordwesten Ungarns, heute das Zentrum  reinrassiger Araberzucht.

Die Geschichte der Shagya-Araber Rasse hat durch zwei Jahrhunderte einen recht wechselvollen Verlauf genommen und ist eine Spezialzüchtung unter den Araberpferden auf mehr Kaliber, Größe und Knochenstärke sowie besserer Reiteignung ausgelegt.

Die erste Erwähnung der Reinzucht-Shagya-Araber geht auf das Jahr 1789 zurück, in dem das österreichisch-ungarische Staatsgestüt Babolna gegründet wurde.  Die Bezeichnung Shagya-Araber gibt es für diese ehrwürdige Rasse seit 1978. Bis dahin war sie als Araberrasse bekannt. Babolna ist die Wiege dieser stolzen Kulturrasse. Seit der Gründung werden dort die Stutbücher mit Sorgfalt geführt und verzeichnen als Stammütter eine Reihe von Mutterstuten, deren Linien sich zum Teil bis heute erhalten haben. Folgende Namen stehen so am Beginn großer Blutslinien:

Cserkess (=Tscherkesse), Erdelyi (=Siebenbürger Rasse), Moldvai (=Moldauer Rasse), Magyar (=ungarische rasse) und Radautzi (=Radautzer Rasse).

Diese Bezeichnungen geben die Herkunft dieser hoch im Araberblut stehenden Stammstuten an, die alle den damals in Europa als Kavalleriepferde so beliebten transsylvanisschen Reitrassen angehörten. Es waren harte, edle, sehr trockene Pferde mit klarer Textur und schönen, kleinen Köpfen.

Vor die Stutennamen wurde jeweils die Stutbuchnummer geschrieben, und so existieren z. B. in Babolna heute noch verschiedene Moldvai-Stutenlinien in der Reihenfolge 215, 253, 449, 638, 794 und 885, die alle auch bei uns vertreten sind und jeweils völlig verschiedene Ahnenreihen aufweisen. Zu den Gründerstuten wurden im Laufe der Jahrzehnte aus den Expeditionen in die arabische Welt Original-Araber-Hengste und -Stuten imporrtiert. Zu diesen zählt die Original-Araber-Stute 74 Tifle, geb. 1810, zu den bedeutendsten Stamm-Müttern und zwar sowohl in der Vollblutaraber- als auch in der Shagya-Araber-Zucht. Bis auf den heutigen Tag kann sie eine überragende Zuchtleistung aufweisen. Von den Hengsten ist der 1836 aus Arabien importierte Shagya hervorzuheben, der mit einer Größe von etwa 160 cm Stockmaß nachhaltigen Einfluß auf die Gestaltung der damals genannten Araberrasse ausübte. Auch gab er dieser großen Zuchtrichtung seinen Namen.

Ebenfalls große Bedeutung kommt dem später importierten Vollblutaraberhengsten Gazlan (Gazal) zu.

Neben der bodenständigen Erbsubstanz der Stutenlinien, der Einkreuzung von Arabischen Vollblut aus dem Orient und gelegentlicher Zufuhr von Tropfen Fremdblut, wie z. B. Englisches Vollblut, Gidran und auch Lippizanern, wurde durch permanente Selektion innerhalb der Rasse auf Größe, Rahmen und Knochenstärke sowie gute Reiteigenschaften der Shagya-Araber gezüchtet, der allen Anforderungen in der Kavallerie entsprach.

Shagyas waren als Offiziersreitpferde in der K.u.K.-Kavallerie und am österreichischen Kaiserhof hoch geschätzt. Die Zucht dieser Spezialrasse in der Donaumonarchie wurde so berühmt, daß auch andere Staatsgestüte dieses Riesenreiches aus Babolna Zuchtmaterial bezogen und zur höchsten Blüte brachten. Das waren vor allem das in den Karpaten gelegene Radautz, bekannt durch die Züchtung eines besonders kalibrigen Shagya-Araber-Typs, dann das slowakische Topolcianky, aufgebaut aus Blutlinien der alten Radautzer und Babolnär Stämme, sowie das polnische Janow Podlaski. In Jugoslawien züchtete auf der gleichen Blutbasis das Staatsgestüt Borike ein hartes, nicht so großes Pferd, und im bulgarischen Kabijuk (Kolarovgrad) sowie im rumänischen Mangalia faßte diese Zuchtrichtung gleichfalls Fuß und wird bis auf den heutigen Tag in reiner Form weiter betrieben.

In all diesen Gestüten wurden nach dem Muster von Babolna die arabischen Pferde gezüchtet, wobei der Schwerpunkt sich immer mehr auf die Erzeugung von Gebrauchspferden der Araberrasse (heute Shagyas) konzentrierte. Der Vollblutaraber machte etwa nur ein Viertel der Pferdebestände aus. Die zur Blutauffrischung aus dem Orient im 19. und 20. Jahrhundert immmer wieder importierten Hengste und Stuten hoher Qualität gaben vor allem auch den Shagya-Linien der obengenannten Gestüte immer neue Prägungen an orientalischer Schönheit, Trockenheit und Leistungsvermögen.

Quelle(n)

www.Shagyaaraber.com

Gestüt Altgstettenmühl
Wolfgang Ruby

Foto-Galerie

Shagya-Araber